Liebe Bewohnerinnen und Bewohner der Pfarre Silz! Liebe Gläubige!

Ein herzliches Grüß Gott!

Als neuer Pfarrprovisor der Pfarre Silz möchte ich euch alle sehr herzlich begrüßen. In letzter Zeit durfte ich bereits einige Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Pfarre kennenlernen und konnte so einen guten Eindruck von der Pfarre gewinnen. Manche kennen mich vielleicht durch meine Tätigkeit als diözesaner Jungschar- und Jugendseelsorger, da ich in dieser Funktion schon ein paarmal im Dekanat Silz unterwegs war. Ich darf nun die Gelegenheit nutzen, mich ein wenig vorzustellen.

Ich wurde in Äthiopien, 180 Kilometer südlich von Addis Abeba, geboren. Mein Vater verstarb bereits vor 30 Jahren, meine Mutter und meine Geschwister, mit denen ich immer noch sehr verbunden bin, leben alle in Äthiopien. Als Kind war ich lange Zeit Ministrant und schon damals träumte ich davon, Priester zu werden. Mit 20 Jahren trat ich in den Orden der Comboni-Missionare ein, wo ich in den ersten drei Jahren Philosophie studierte. Während meines Noviziats war ich auch für zwei Jahre in Sambia und Malawi tätig.

Am Ende des Noviziats wurde ich von meinen Oberen zum Studium nach Österreich geschickt. So kam ich im Herbst 2005 nach Innsbruck. Von 2006 bis 2010 studierte ich hier Theologie und Religionspädagogik. 2010 wechselte ich in die Diözese, um als Diözesanpriester tätig zu sein.

Nach einem einjährigen Pastoralpraktikum in den Pfarren Mariahilf, Sankt Nikolaus und bei der Katholischen Jugend wurde ich im März 2012 zum Diakon geweiht. Viele Menschen aus meinen Praktikumsorten haben dieses Fest mit mir gefeiert. Mein Diakonatsjahr absolvierte ich im Seelsorgeraum Weer, Weerberg und Kolsass, wo ich herzlich aufgenommen wurde. In dieser Zeit wohnte ich in Weer, und ich fand dort im Laufe der Zeit eine Heimat. Dort habe ich auch meine Primiz gefeiert. In dieser Zeit sind viele Freundschaften entstanden, die ich - soweit es geht - zu pflegen versuche.

Am 23. Juni 2013 wurde ich im Dom zu St. Jakob zum Priester geweiht. Nach der Primiz in Weer und der Nachprimiz in Äthiopien, bei der auch einige VertreterInnen aus Tirol dabei waren, wurde ich im Seelsorgeraum Westliches Mittelgebirge als Kooperator eingesetzt. Auch hier wurde ich mit offenen Armen aufgenommen. In dieser Zeit war ich auch als Religionslehrer an der NMS Axams und als Dekanatsjugendseelsorger tätig. Ich bin für diese Zeit und für die vielfältigen Erfahrungen sehr dankbar und fühle mich mit vielen Menschen dort immer noch sehr verbunden.

2016 wurde ich in der Diözese gebeten, die Jungschar- und - Jugendseelsorge diözesanweit zu übernehmen. Mit schwerem Herzen gab ich die Pfarrpastoral ab. Nur durch die regelmäßige Aushilfe im Dom zu St. Jakob konnte ich die von mir sehr geschätzte Pfarrpastoral ein wenig aufrechterhalten. Außerdem bin ich (auch weiterhin) als Schulseelsorger und Religionslehrer im Paulinum Schwaz tätig.

Als Jungschar- und- Jugendseelsorger durfte ich bei verschiedensten Veranstaltungen wie z.B. bei Jugend - oder auch Schulgottesdiensten, Ministranten- und Jugendwallfahrten, Dekanatsbesuchen usw.... viele Pfarren und Menschen unserer Diözese kennenlernen.

Vor einiger Zeit wurde ich von unserem Bischof gebeten, neben meinen diözesanweiten Aufgaben noch zusätzlich eine Pfarre zu übernehmen - nämlich Silz. Obwohl mir die Pfarrpastoral grundsätzlich sehr am Herzen liegt, war ich am Anfang sehr skeptisch. Denn ich konnte mir eigentlich nicht vorstellen, wie ich neben all meinen Aufgaben in der Diözese noch zusätzlich den Aufgaben einer Pfarre gerecht werden könnte.

Nach langem Überlegen sagte ich trotzdem zu, und ich stelle mich zuversichtlich und voll Vertrauen den neuen Herausforderungen. Thomas von Kempen sagte zu Recht: "Tue, was an dir ist, und Gott wird deinem guten Willen zu Hilfe kommen."

Vorgesehen ist, dass ich in zwei Jahren meine Aufgabe als Diözesaner Jungschar - und - Jugendseelsorger abgebe, und ich mich dann schließlich ganz der Pfarre bzw. dem neuen Seelsorgeraum widmen werde.

Nun bin ich sehr neugierig, euch direkt kennenzulernen und freue mich auf den gemeinsamen Weg mit euch, mit den Pfarrgemeinde- und Kirchenräten, den verschiedenen Gruppen, Vereinen und Initiativen, mit den Kindern und Jugendlichen, den Kindergärten und Schulen. Ich werde mir - soweit es geht - Zeit nehmen, um möglichst viele von euch zu erreichen.

Obwohl mir die Kinder - und - Jugendpastoral besonders wichtig ist, möchte ich versuchen, wirklich für alle da zu sein.

Ich bitte euch um Offenheit und auch um Toleranz. Gerade in den kommenden zwei Jahren, in denen ich noch zusätzlich sehr gefordert sein werde, wird Toleranz nötig sein. Ich freue mich außerdem, wenn ihr auf mich zugeht. Sehr gerne lerne ich euch bei einem Kaffee oder auch bei einem Gläschen näher kennen.

Ich bitte euch auch, dass wir nicht nur miteinander, sondern auch füreinander beten, denn mit Gottes Beistand und mit gutem Willen von uns allen wird vieles möglich sein!

Ich wünsche euch Gottes beschützenden Segen!

Euer Pfarrprovisor
Kidane Korabza